SPS-Tabelle – Signale verwalten und bearbeiten
Kommunikationstabelle und Tabelleneditor: Signale finden, Datenquellen verstehen, Zeilen bearbeiten, CSV speichern und die Tabelle prüfen.
1. Zwei Fenster mit unterschiedlichen Aufgaben
SPS-Tabelle in der Topbar öffnet die Kommunikationstabelle. Dort suchen und filtern Sie Signale und sehen deren Informationen. Tabelle bearbeiten öffnet den Tabelleneditor für die Bearbeitung der Zeilen und Zellen.
Die Symbole verbinden verständliche Namen wie Anlage_Sollwert mit Gerät, Adresse und Datentyp. Objektanzeigen, Eingaben und Protokolle nutzen diese Zuordnungen. Die Tabelle ist keine Live-Anzeige sämtlicher aktueller Messwerte.
2. Suchen, filtern und auswählen
- Symbol suchen
- Die Suche unterstützt Name, Adresse, Datentyp oder Beschreibung, beispielsweise „Anlage_Sollwert“ oder „40007“.
- SPS / Gerät, Datentyp, Zugriff
- Schränken die Liste auf passende Einträge ein. Wenn ein bekanntes Signal fehlt, zuerst Suchtext und Filter kontrollieren.
- Sortierung
- Bestimmt die Reihenfolge der angezeigten Liste; im Bild „Adresse aufsteigend“.
- 16 von 16 Symbolen
- Zeigt die sichtbare Anzahl im Verhältnis zur Gesamtzahl. Ein Filter entfernt keine Symbole aus dem Projekt.
- Symbolinformationen
- Nach Auswahl eines Eintrags links erscheinen seine Informationen rechts. Im Bild ist noch kein Eintrag ausgewählt.
Die treiberbezogenen Bedienelemente rechts richten sich nach Auswahl und Projektkonfiguration. In der Demo sind Kommunikationstreiber ausgeblendet beziehungsweise nicht verfügbar; sichtbare Optionen können vom Bild abweichen. Die Treibereinstellungen sind gesondert erklärt. Die Zuordnung über „Symbol wählen“ behandeln bereits die jeweiligen Objektartikel.
3. Import und Löschen in der Übersicht
- XML importieren
- Seit Version 2.61.510 vorübergehend deaktiviert, bis der XML-Import getestet und freigegeben ist. Die graue Taste im Bild ist beabsichtigt; Administratorrechte heben diese Sperre nicht auf.
- CSV importieren
- Liest Symboldefinitionen aus einer CSV-Datei. Vorher den Projektstand sichern und danach Ergebnis, Anzahl und Zuordnungen kontrollieren. Das ist nicht derselbe Bedienablauf wie „CSV öffnen“ im Tabelleneditor.
- Tabelle bearbeiten
- Öffnet den nachfolgend beschriebenen Editor.
- Eintrag entfernen
- Entfernt nach Bestätigung das ausgewählte Symbol aus der Kommunikationstabelle.
- Alle löschen
- Leert nach Bestätigung die gesamte Symbolliste, nicht nur die gefilterte Anzeige.
Vor dem Entfernen prüfen, welche Objekte oder Protokolle das Signal verwenden. Ein gelöschter Eintrag kann deren Datenzuordnung beeinträchtigen. Eine gelöschte Symboldefinition ist kein Befehl zum Löschen eines SPS-Wertes.
4. Den Tabelleneditor bedienen
Jede Zeile beschreibt ein Signal. Ein Doppelklick bearbeitet eine Zelle. Der untere horizontale Rollbalken erschließt weitere Spalten rechts; das Bild zeigt also nicht alle Einstellungen.
- Neu
- Beginnt nach Rückfrage eine neue, leere Tabelle. Zum Hinzufügen eines einzelnen Signals stattdessen + Zeile verwenden.
- + Zeile
- Fügt eine Zeile hinzu. Pflichtfelder und passende Verbindungseinstellungen ausfüllen.
- Duplizieren
- Hilft, ähnliche Signale anzulegen. Anschließend Symbolname und Adresse kontrollieren und passend ändern; doppelte Einträge können die Prüfung blockieren.
- Auswahl löschen
- Entfernt die ausgewählten Einträge. Vorher prüfen, welche Zeilen markiert sind.
- Suchen / Ersetzen / Alle ersetzen
- Sucht beziehungsweise ersetzt Tabelleninhalte. Bei „Alle ersetzen“ die Reichweite der Änderung bedenken und die betroffenen Geräte, Namen und Adressen anschließend prüfen.
Die eingeblendeten Kürzel umfassen Strg+F/H für Suchen/Ersetzen sowie Strg+A/C/X/V/Z/Y/S und Entf. Bei Änderungen an mehreren Zellen die Auswahl bewusst kontrollieren.
5. Was bedeuten die Spalten?
- Nr.
- Zeilennummer zur Orientierung und Zuordnung von Prüfmeldungen.
- SPS / Gerät
- Projektierter Gerätename, im Beispiel Modbus_Testserver.
- Symbol
- Lesbarer Signalname, zum Beispiel Anlage_Sollwert.
- Adresse
- Adresse dieses Signals am zugeordneten Teilnehmer. Adressen nicht ungeprüft von Beispielprojekten übernehmen.
- Simulationswert
- Hinterlegter Beispiel-/Simulationswert. Er ist kein Nachweis eines aktuell aus einer realen SPS gelesenen Wertes.
- Datentyp / Länge
- Beschreiben die Dateninterpretation und deren Länge. Änderungen müssen zur Signaldefinition und zum Treiber passen; sie sind keine bloße Formatierung.
- Einheit / Beschreibung
- Ergänzen Bedeutung und Lesbarkeit. Eine Einheit wie °C skaliert einen Rohwert nicht automatisch.
- IP-Adresse / Endpoint, Port, Unit-ID
- Ordnen das Signal einem Kommunikationsziel zu. Im Beispiel stehen 127.0.0.1, Port 502 und Unit-ID 1. 127.0.0.1 bezeichnet den eigenen Rechner; diese Testserverdaten sind keine Vorlage für eine beliebige echte Anlage.
- Weitere Spalten rechts
- Registerart, Funktionscode, Zugriff, Byte-Reihenfolge, Wort-Reihenfolge, Treiber und Prüfung. Diese Felder betreffen die Interpretation und Nutzung der Daten und müssen zur Gerätebeschreibung passen.
6. Beispiel Anlage_Sollwert lesen
Die sechste Zeile zeigt Modbus_Testserver → Anlage_Sollwert → 40007, Simulationswert 80, Datentyp UINT16 und Länge 1. Die Beschreibung lautet „Sollwert Anlage“; eine Einheit ist nicht eingetragen.
Damit ist klar, welches Signal im Protokollbeispiel Anlage_Sollwert ausgewählt wird. Die 80 in dieser Tabelle ist ein Simulationswert und darf nicht als bestätigter aktueller SPS-Sollwert verstanden werden.
Zum Ändern einer Beschreibung die betreffende Zelle doppelklicken, Text bearbeiten, Eingabe abschließen und die Tabelle prüfen. Bei Änderungen an Gerät, Symbol oder Adresse zusätzlich alle zugeordneten Projektobjekte überprüfen.
7. CSV öffnen, speichern und schließen
CSV öffnen lädt eine CSV und ersetzt den aktuellen Inhalt des Tabelleneditors. Vorher benötigte Daten sichern. Die geöffnete Quelldatei wird dabei nicht automatisch zum neuen Speicherziel; auf den angezeigten Zielhinweis achten.
Speichern schreibt die Tabelle als CSV an das aktuelle Ziel; fehlt ein Ziel, erscheint die Dateiauswahl. Speichern unter wählt ein anderes CSV-Ziel. Diese Befehle speichern die Tabelle, nicht das komplette Projekt.
Wichtig: Der Editor arbeitet an der Symbolliste des Projekts. Schließen ist kein Abbrechen und verwirft die Änderungen nicht. Nach einer Änderung wird die Projekt-Symbol-CSV beim Rückweg aktualisiert und das Projekt als geändert markiert. Anschließend das Projekt speichern, damit der gesamte Projektstand gesichert ist.
8. Tabelle prüfen und Fehler beheben
Tabelle prüfen kontrolliert unter anderem Pflichtfelder, Verbindungsangaben, doppelte Symbolnamen je Gerät, doppelte Adressen am gleichen Teilnehmer/Registerbereich und überlappende Modbus-Registerbelegungen. Gerät, Symbol, Adresse und Datentyp sind Pflichtfelder.
Die Meldung nennt die betroffene Zeile. Fehler korrigieren und erneut prüfen. Ungültige Tabellen können das Speichern und Schließen des Editors blockieren. „Tabelle ist gültig“ bestätigt die implementierten Tabellenprüfungen, aber weder eine erreichbare SPS noch die fachliche Richtigkeit der Signalzuordnung.
Vor einem Test mit echter Kommunikation Projekt sichern, Zielgerät und Zugriffsart kontrollieren und bekannte Werte vergleichen. Simulatorwerte und reale Messungen unterscheiden. Die Berechtigung SPS-Tabelle bearbeiten und die Projekt-Speicherrechte sollten nur an dafür zuständige Rollen vergeben werden; siehe Rollenrechte.
9. Mitgelieferte Beispiele im Projektordner
Zum Projekt gehören bereits vorbereitete CSV-Beispiele unter Kommunikation/Beispiele/. Sie zeigen passende Signaldefinitionen für die drei Kommunikationsarten. Sie müssen eine Übungstabelle daher nicht vollständig von Hand erstellen.
- 01-Modbus-TCP/Kommunikation-Modbus-TCP.csv
- Beispiele für Modbus TCP direkt, unter anderem Freigabe als Coil, Endschalter als Eingang und Temperatur_Ist als Registerwert. Die Beispielverbindung verweist auf den lokalen Modbus_Testserver.
- 02-Siemens-S7-Moka7/Kommunikation-Siemens-S7.csv
- S7-Beispiele mit Signalnamen und S7-Adressen, beispielsweise Anlage_Bereit an M0.0 und Motor_Laeuft an M0.1.
- 03-OPC-UA/Kommunikation-OPC-UA.csv
- OPC-UA-Beispiele mit Node-IDs, etwa Machine1.Running mit ns=2;s=Machine1.Running, sowie Drehzahl und Füllstand. Der Beispiel-Endpoint verweist auf den lokalen Rechner.
Beispiele/SCHEMA.txt zeigt die Ordnerstruktur. Eine zusätzliche Einführung steht eine Ebene darüber in Kommunikation/LIESMICH-Kommunikation.txt.
Zuerst einmal das Projekt unter seinem Namen speichern
Reihenfolge: Projekt benennen und einmal speichern → Beispiel-CSV importieren → Tabelle prüfen → Projekt erneut speichern. Damit sind Projektname und Projektordner festgelegt und die übernommene Symbolik wird dem richtigen Projekt zugeordnet.
Die eigene Symboltabelle liegt unter Kommunikation/<Projektname>_SYMBOLIK.csv. Für „Mein_erstes_Projekt“ heißt sie beispielsweise Mein_erstes_Projekt_SYMBOLIK.csv. Die Vorlagen unter Kommunikation/Beispiele/ behalten ihre ursprünglichen Namen; sie werden nicht in den Projektnamen umbenannt.
Gemeint ist Projekt speichern in der Topbar, nicht nur „Speichern“ im Tabelleneditor. Nach dem Import auch den Projektstand sichern. Der aus PamaGlawe gestartete Modbus-Simulator verwendet die zum Projekt gehörende Symbolikdatei, nicht die Originaldatei aus dem Beispiele-Ordner.
So verwenden Sie ein Beispiel
- Ein separates Übungsprojekt verwenden oder das vorhandene Projekt vorher sichern.
- Über SPS-Tabelle → CSV importieren in den Projektordner Kommunikation → Beispiele wechseln.
- Den passenden nummerierten Unterordner öffnen und dessen CSV auswählen. Nicht wahllos alle drei Varianten für dieselbe Übung importieren.
- Die importierten Symbole kontrollieren, über Tabelle bearbeiten → Tabelle prüfen prüfen und das Projekt speichern.
- In einem passenden Objekt über Symbol wählen eines dieser Signale zuordnen. Für einen Kommunikationstest müssen auch Treiberauswahl und Testserver zur Vorlage passen.
Alternativ lässt sich eine Beispiel-CSV im Tabelleneditor über CSV öffnen laden. Dabei wird dessen aktueller Tabelleninhalt ersetzt. Die Originalbeispiele als Ausgangspunkt behalten und eigene Änderungen über Speichern unter in einer eigenen Datei ablegen; anschließend den Projektstand speichern.
Demo beachten: Die Beispieldateien erklären die Tabellenstruktur, schalten aber keine ausgeblendeten Kommunikationstreiber frei. Verwenden Sie die in Ihrer Demo verfügbaren Simulationsmöglichkeiten. Ein CSV-Import startet für sich allein keine echte SPS-Verbindung.
Vorlagen sind keine Anlagenkonfiguration: Lokale Testadressen, Signalnamen, Zugriffsarten und Simulationswerte müssen zur tatsächlichen Übung beziehungsweise Anlage passen. 127.0.0.1 bezeichnet den eigenen Rechner. Nicht ungeprüft auf reale Steuerungen umstellen oder Beispiele in eine produktive Symbolik einmischen.
Kommunikation & SPS: Treiber und Geräteprofile Schritt für Schritt einrichten →