PamaglaweBedien- und Projekthilfe

Lager – Festplatz- und Chaoslager konfigurieren und bedienen

Lagerart und Struktur projektieren, Material pflegen, Bestand buchen und RBG-Aufträge verfolgen.

1. Lagerverwaltung öffnen

Die Lagerverwaltung gehört zur Zusatzbibliothek Festplatz- und Chaoslager. Das Paket muss geladen und freigeschaltet sein; zusätzlich gelten die Rechte der angemeldeten Rolle. Über die Bibliotheken die Lagerverwaltung öffnen.

  1. Das Projekt zuerst unter einem eigenen Namen speichern.
  2. Beim ersten Einrichten im Entwurfsmodus die angebotene Datenbankeinrichtung durchführen.
  3. Wenn noch keine gültigen Lagerplätze vorhanden sind, Lager jetzt projektieren wählen.

Im Laufzeitbetrieb müssen Datenbank und Lagerplätze bereits eingerichtet sein. Materialstamm und Buchungen werden erst mit gültigen Lagerplätzen freigeschaltet.

2. FIX oder Chaos: Lagerart festlegen

Im Lager-Projektierer unter 1 Lagerstruktur und Lagerplatzbezeichnung → Lagerart zwischen Festplatzlager (FIX) und Chaoslager wählen. Die Bibliothek unterstützt die Projektierung beider Lagerarten.

LagerartOrganisatorisches PrinzipBedienung beim Buchen
Festplatzlager (FIX)Materialien erhalten im betrieblichen Lagerkonzept feste Plätze.Den für das Material vorgesehenen Platz auswählen.
ChaoslagerMaterialien werden auf jeweils geeignete verfügbare Plätze verteilt; der Bestand dokumentiert den tatsächlichen Lagerort.Den passenden Zielplatz auswählen und anschließend den gebuchten Lagerort prüfen.

Die Auswahl wird mit der Lagerkonfiguration und den erzeugten Lagerplätzen gespeichert. Beim Buchen bleibt die Platzwahl erforderlich. Die Auswahl allein führt weder eine automatische Platzsuche noch eine feste Material-Platz-Zuordnung aus. Ein Zielfach darf leer oder bereits mit demselben Material belegt sein; unterschiedliche Materialien in einem Fach werden abgewiesen.

  1. Lagername und SPS-Symbolpräfix vergeben.
  2. Lagerart auswählen.
  3. Zeilen, Spalten und Ebenen für das physische Raster eintragen.
  4. Kennzeichen für Spalte, Zeile und Ebene sowie den Trenner festlegen.
  5. Unabhängig von der Lagerart das Automatisierungsprofil wählen: Nur Lagerdaten, Sensorik, Steuerwort / Zielnummer oder RBG X/Y/Z.
  6. Im Lagerplatzplan die erzeugten Bezeichnungen und Positionen prüfen, bevor die Konfiguration übernommen wird.

Beispiel für das Raster: 2 Spalten × 3 Zeilen × 1 Ebene ergeben sechs Lagerplätze. Die organisatorische Entscheidung FIX oder Chaos ändert nicht die Anzahl der physischen Plätze.

3. Lagerstruktur projektieren

  1. Ein neues Lager projektieren öffnen. Kennzeichen für Spalte, Zeile und Ebene sowie den Trenner festlegen; zum Beispiel X1_Y1_Z1.
  2. Das passende Automatisierungsprofil wählen. Es bestimmt die benötigten Felder und SPS-Signale. Als Protokoll stehen die im Projekt aktivierten Treiber zur Verfügung.
  3. Bei RBG-Nutzung Grundstellung und externe Transportziele mit eigenen Zielnummern, Positionen und Toleranzen festlegen.
  4. Lagerplatzplan und SPS-Vorschau prüfen: Kennungen, Zielnummern, absolute Positionen, Adressen und Datentypen.
  5. Kommunikationstabelle prüfen erzeugt zunächst die Vorschau. Erst der zweite Klick bei unverändertem, gültigem Stand übernimmt die geprüften Daten.
  6. Nach erfolgreicher Übernahme das Projekt speichern. Lagerplatzplan, SPS-Schnittstellenliste und Textbeschreibung werden im Projektordner Lager abgelegt.

Strg+S im Projektierer speichert den Entwurf. Das ist noch keine Übernahme der SPS-Symbole. Änderungen an der Konfiguration erfordern eine erneute Vorschauprüfung.

4. Material und Mindestmenge pflegen

  1. Material & Mindestmenge öffnen und ein Material auswählen oder über Neu anlegen.
  2. Die Materialfelder und Mindestmenge ausfüllen. Die verfügbaren Felder richten sich nach dem projektierten Materialschema.
  3. Beim Standardlager ist die Artikelnummer ein Pflichtfeld; sie wird nicht durch die interne ID ersetzt.
  4. Speichern und die Erfolgsmeldung sowie den Eintrag in der Liste prüfen.

Verfügbar = Bestand − reservierte Menge. Der Mindestbestandsstatus vergleicht die verfügbare Menge mit der Mindestmenge. Ein Materialstammsatz allein erzeugt noch keinen Lagerbestand.

5. Bestand ein-, aus- und umlagern

  1. Bestand buchen öffnen und links ein Material auswählen. Darunter erscheinen dessen Bestände nach Lagerplatz und Charge.
  2. Unter Buchungsart Einlagern, Auslagern oder Umlagern wählen.
  3. Charge und eine Menge größer 0 eintragen. Für Auslagern und Umlagern eine vorhandene Charge auswählen.
  4. Die zur Buchungsart passenden Quell- und Zielplätze prüfen. Bei Einlagerung gegebenenfalls Mindesthaltbarkeit und Bemerkung ergänzen.
  5. Buchung ausführen wählen. Danach Erfolgsmeldung und aktualisierten Bestand kontrollieren. Bei Ablehnung die angezeigte Ursache prüfen.

Einlagern erhöht den Bestand am Ziel, Auslagern entnimmt Bestand aus der Quelle, Umlagern verschiebt Bestand zwischen Plätzen. Diese Bestandsbuchung ist kein RBG-Fahrauftrag.

6. Mindesthaltbarkeit korrigieren

Die Bestandsliste zeigt das MHD je Charge. Abgelaufene Daten und Daten innerhalb der nächsten 30 Tage werden hervorgehoben.

  1. Unter Bestand buchen den betroffenen Bestand auswählen.
  2. Das richtige Datum im Feld Mindesthaltbarkeit und eine nachvollziehbare Bemerkung eintragen.
  3. MHD des ausgewählten Bestands korrigieren wählen und das Ergebnis prüfen.

Die Funktion besitzt eine eigene Berechtigung. Nicht allein zur Beseitigung einer Warnanzeige ein anderes Datum eintragen; es muss zur tatsächlichen Charge passen.

7. RBG-Fahraufträge bedienen

Ein RBG-Fahrauftrag reserviert die angegebene Menge und übergibt Quelle und Ziel an die SPS. Fahrablauf, Verriegelungen und Sicherheitsfunktionen bleiben in der SPS.

  1. Im Laufzeitbetrieb RBG-Fahrauftrag öffnen und links verfügbaren Bestand auswählen.
  2. Ein projektiertes externes Transportziel und eine positive Menge wählen. Die Menge darf den verfügbaren Bestand nicht überschreiten.
  3. Quelle, Ziel und Bemerkung prüfen und RBG-Fahrauftrag senden wählen.
  4. Den Bereich Laufender RBG-Auftrag und die SPS-Rückmeldungen beobachten. Solange ein Auftrag offen ist, kann kein weiterer gesendet werden.

Abbruch: „Laufenden Fahrauftrag abbrechen“ fordert nach Eingabe eines Grundes und Bestätigung einen kontrollierten Abbruch an. Der Auftrag wird nicht einfach gelöscht: Die SPS muss Abbruch und Materialposition bestätigen. Bei ungeklärter Position dient Havarie / Materialposition klären der weiteren Klärung.

Fehlende Treiber, SPS-Zielnummern, Signale oder Rollenrechte können die Auftragsbedienung verhindern. Kommunikation einrichten.

8. Datenbank, Speichern und Historie

Lagerbestand, Materialstamm und Buchungen liegen in der Lagerdatenbank. Bei lokaler SQLite-Nutzung befindet sie sich im Projektunterordner Lager; eine konfigurierte Serverdatenbank wird über ihre Verbindung angesprochen. Erfolgreiche Materialspeicherungen und Buchungen schreiben in diese Datenbank.

Projektierung und SPS-Zuordnungen zusätzlich über Projekt speichern sichern. Das Schließen eines Dialogs oder das erneute Laden des Projekts macht eine ausgeführte Buchung nicht rückgängig. Für eine vollständige Sicherung müssen Projekt und zugehörige Lagerdatenbank berücksichtigt werden.

Vorgangshistorie öffnet die protokollierten Vorgänge, sofern die Rolle dieses Recht besitzt. Bei „Datenbank nicht erreichbar!“ die zuständige Administration benachrichtigen; das erneute Einrichten eines leeren Lagers ersetzt keine Wiederherstellung der vorhandenen Daten.

9. Typische Probleme eingrenzen

  • Material oder Buchung nicht verfügbar: gültige Lagerplätze, Datenbankverbindung und Rollenrechte prüfen.
  • Material lässt sich nicht speichern: Pflichtfelder, Artikelnummer und numerische Mindestmenge prüfen.
  • Buchung abgelehnt: Meldung lesen, Material, Charge, Menge und Plätze kontrollieren.
  • Fahrauftrag nicht möglich: Laufzeitbetrieb, verfügbaren Bestand, Transportziel, Zielnummern und bereits offenen Auftrag prüfen.

Für Rückfragen Hilfe-ID LIB-WAREHOUSE, Programmversion, genaue Meldung sowie betroffenen Lagerplatz, Material und Auftrag nennen. Supportanfrage vorbereiten.