Protokoll – Prozesswerte aufzeichnen und als PDF dokumentieren
Ein Prozessprotokoll konfigurieren, manuell oder per SPS starten und beenden sowie Prozesswerte als Start-/Endwerte oder statistische Werte dokumentieren.
1. Was macht das Protokoll-Objekt?
Protokoll erstellt eine neue Dokumentation eines Vorgangs. Es erfasst unter anderem Start, Ende, Dauer, Bediener, Charge/Auftrag, Programm/Rezept und die projektierten Prozessparameter. Beim erfolgreichen Abschluss werden PDF und zugehörige Datendatei gespeichert.
Die Objekte PDF und PDF öffnen zeigen dagegen bereits vorhandene Dateien an. Das Protokoll-Objekt dokumentiert den Prozess; seine Taste Start startet die Aufzeichnung, nicht automatisch die Maschine oder das Rezept.
2. Einfügen und Eigenschaften öffnen
- Das Projekt speichern und unter Dokumente → Protokoll das Objekt einfügen.
- Die Eigenschaften öffnen, Objektnamen, Position und Größe einstellen. Das Beispiel verwendet X = 20, Y = 140 und 320 × 116 Pixel.
- Bei Bedarf Label und Bereichszuordnung einstellen.
- Prozessprotokoll konfigurieren wählen.
Die Karte enthält links Charge/Auftrag, rechts Programm/Rezept sowie Start, Beenden und Letztes PDF. Im Editor wird sie projektiert, im Playmodus bedient. Der angezeigte Protokolltitel wird in der Protokollkonfiguration festgelegt.
3. Das Konfigurationsfenster verstehen
Das Fenster hat drei Bereiche: Kopfdaten beschreiben das Dokument, Start und Stop legen die Bedienart fest und Prozessparameter bestimmen den erfassten Inhalt.
Achtung bei den zwei Übernehmen-Buttons: Der Button neben Neu und Löschen übernimmt den einzelnen Parameter in die Liste. Der Button ganz unten rechts übernimmt die gesamte Protokollkonfiguration. Danach die Objekteigenschaften bestätigen und das Projekt speichern.
4. Kopfdaten des Dokuments
- Dokumenttitel
- Ein aussagekräftiger Titel, beispielsweise „Wartungslauf Anlage 1“. Er darf nicht leer sein.
- Beschreibung / Anlage
- Den Anlagenbezug oder Zweck ergänzen, damit das Dokument später eindeutig zugeordnet werden kann.
- Kundenlogo
- Optional über Auswählen eine PNG- oder JPG-Datei wählen.
Ein Titel wie „Prozessprotokoll“ allein sagt noch nichts über die Quelle oder Qualität der erfassten Werte aus.
5. Manuell oder durch SPS-Trigger?
Manuell im Playmodus: Start und Beenden erfolgen über die Tasten am Objekt. Die Triggerfelder sind bei dieser Bedienart deaktiviert.
Durch SPS-Trigger: SPS/Gerät, gegebenenfalls IP-Adresse, symbolischen Namen beziehungsweise SPS-Adresse und das auszuwertende Bit 0 bis 31 zuordnen. Symbol wählen hilft bei der Auswahl. Ein Signalwechsel 0 → 1 startet die Aufzeichnung; 1 → 0 beendet sie und erzeugt die Dateien. Im SPS-Modus sind die manuellen Start-/Beenden-Tasten nicht bedienbar.
Wichtig: Bereits der erste empfangene hohe Triggerwert kann eine Aufzeichnung starten. Deshalb vor dem Test Signalquelle und Ausgangszustand kontrollieren. Ein dauerhaft hohes Signal beendet kein Protokoll; ohne empfangenes Ende entsteht kein regulär abgeschlossenes PDF. Automatische Trigger laufen im Playmodus und sind nicht von einer manuellen Startberechtigung abhängig.
6. Prozessparameter anlegen und bearbeiten
- Neu wählen oder einen vorhandenen Parameter links markieren.
- Eine eindeutige Bezeichnung eintragen, etwa „Isttemperatur Behälter 1“.
- Die Quelle wählen: Prozesswert für einen gemessenen Wert oder Fester Text für einen unveränderlichen Eintrag.
- Für Prozesswerte SPS/Gerät und Symbol/Adresse zuordnen, vorzugsweise über Symbol wählen. Bei festem Text den Inhalt in SPS-Adresse oder fester Text eintragen.
- Erfassungsart und bei Bedarf Einheit wählen, beispielsweise °C.
- Mit dem Übernehmen-Button neben Neu den Parameter in die Liste übernehmen.
Mit Löschen entfernen Sie den ausgewählten Parameter aus der Konfiguration. Mindestens ein Parameter ist erforderlich; höchstens 16 sind möglich. Eine Einheit beschriftet den Wert, sie rechnet ihn nicht um.
Die anfangs angezeigten Einträge Solltemperatur und Isttemperatur sind Vorbelegungen ohne zugeordnete Geräte und Adressen. Diese müssen vor einer brauchbaren Aufzeichnung eingerichtet oder durch passende Parameter ersetzt werden.
Links die Liste, rechts der ausgewählte Parameter
Die linke Liste enthält die bereits angelegten Parameter. Klicken Sie beispielsweise auf Solltemperatur, um seine Einstellungen rechts zu laden. Leere Felder rechts bedeuten nicht, dass die Liste leer ist: Im gezeigten Zustand ist die Eingabe für einen neuen Parameter vorbereitet.
Eine Listenzeile fasst Bezeichnung, gegebenenfalls Symbol/Adresse, Erfassungsart und Einheit zusammen. Kontrollieren Sie nach dem Übernehmen, ob dort der erwartete Eintrag steht.
Was kommt in welches Feld?
- Bezeichnung des Prozessparameters
- Lesbarer Name für den Protokolleintrag, etwa „Solltemperatur Behälter 1“. Das ist die Beschreibung des Wertes, nicht seine SPS-Adresse.
- Quelle
- Prozesswert liest einen zugeordneten Wert aus dem Prozess. Fester Text übernimmt einen eingegebenen Inhalt, etwa eine Anlagenkennung. Ein fester Text ist keine Messung.
- Wann soll der Wert erfasst werden?
- Bestimmt, welche Auswertung im Protokoll steht. Für einen Sollwert sind Start und Ende oft hilfreich; für eine Isttemperatur kann beispielsweise der Mittelwert gewählt werden. Die Erfassungsarten werden im nächsten Abschnitt einzeln erklärt.
- SPS / Gerät
- Das zur Datenquelle gehörende Gerät beziehungsweise die Verbindung. Es muss zur ausgewählten Adresse passen. Ein gleich benannter Wert eines anderen Geräts wäre eine andere Quelle.
- Symbolischer Name
- Lesbarer Name eines projektierten SPS-Signals, etwa „Temperatur_Soll“. Er hilft bei der Zuordnung. Nur einen frei erfundenen Namen einzutragen stellt noch keine Datenverbindung her.
- SPS-Adresse oder fester Text
- Bei Prozesswerten steht hier die zum Gerät passende Signaladresse. Bei festem Text steht hier unmittelbar der gewünschte Inhalt, etwa „Anlage 1“. Die Bedeutung dieses Feldes hängt also von der Quelle ab.
- Einheit (optional)
- Zusatz am dokumentierten Wert, etwa °C, bar oder l/min. Die Einheit wandelt keine Rohwerte um: Aus 600 wird durch die Beschriftung °C nicht automatisch 60,0 °C.
- Symbol wählen
- Öffnet die SPS-/Kommunikationstabelle zur Signalauswahl. Wählen Sie den tatsächlich benötigten Eintrag und prüfen Sie danach Gerät, Symbol, Adresse und Einheit. Verwenden Sie die zu Ihrem Projekt gehörenden Signale.
Ausgefülltes Beispiel: Anlage_Sollwert
Das folgende Bild zeigt einen bereits in die Liste übernommenen Prozessparameter. An diesem konkreten Eintrag lässt sich die Zuordnung nachvollziehen:
- Bezeichnung: Anlage_Sollwert
- Unter diesem Namen wird der Parameter im Protokoll beschrieben. Sie könnten ihn für den Leser auch „Sollwert der Anlage“ nennen, ohne dadurch die Datenquelle zu ändern.
- Quelle: Prozesswert
- Der Inhalt wird aus der zugeordneten Prozessquelle gelesen. Es handelt sich nicht um einen hier eingegebenen festen Text.
- SPS / Gerät: Modbus_Testserver
- Dieses projektierte Gerät liefert den Wert. Der Gerätename und die Adresse gehören zusammen.
- Symbolischer Name: Anlage_Sollwert
- Das ist der lesbare Name des ausgewählten Signals. Dass er hier genauso lautet wie die Bezeichnung, ist erlaubt: Bezeichnung und Signalname erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
- SPS-Adresse: 40007
- Die im Beispiel diesem Signal zugeordnete Adresse. Sie gilt für diese Projektierung und darf nicht ungeprüft für eine andere Anlage übernommen werden. Über „Symbol wählen“ die passende Zuordnung Ihres Projekts auswählen.
- Erfassung: Start und Ende
- Das Protokoll hält fest, welchen Wert dieses Signal beim Start und beim Abschluss der Aufzeichnung liefert. Es schreibt selbst keinen neuen Sollwert an die SPS.
- Einheit: leer
- Der Eintrag erhält keinen Einheitenzusatz. Falls der Wert tatsächlich eine physikalische Größe beschreibt, kann die passende Einheit ergänzt werden. Keine Einheit aus dem Namen oder der Adresse ableiten.
Warum steht Anlage_Sollwert zweimal in der Liste? Die Zeile zeigt zuerst die Bezeichnung, dann den symbolischen Namen und danach Start und Ende. Es sind nicht zwei Messungen oder zwei Parameter, sondern verschiedene Angaben zu einem Eintrag.
Beispiel für das spätere Ergebnis: Liefert dieses Signal beim Protokollstart 60 und beim Beenden 80, wird sinngemäß Anlage_Sollwert – Start: 60 · Ende: 80 dokumentiert. Bleibt es unverändert bei 60, stehen beide Werte auf 60. Das sind Beispielwerte zur Erklärung, keine im Screenshot nachgewiesenen Messergebnisse.
Was ist hier schon gespeichert? Die Meldung „Prozessparameter übernommen“ bestätigt die Übernahme in die Parameterliste dieses Dialogs. Nun unten rechts die gesamte Konfiguration übernehmen, gegebenenfalls die Objekteigenschaften bestätigen und das Projekt speichern. Der obere Übernehmen-Button allein speichert noch nicht das Projekt.
Die vorhandenen Einträge Solltemperatur und Isttemperatur sind im Bild weiterhin in der Liste. Sie werden durch das Hinzufügen von Anlage_Sollwert nicht ersetzt. Wenn sie nicht gebraucht werden, einzeln auswählen und löschen; andernfalls ihre Datenquellen ebenfalls korrekt zuordnen.
Beispiel 1: Solltemperatur am Anfang und Ende
- Links die vorhandene Solltemperatur markieren.
- Bezeichnung beispielsweise auf „Solltemperatur Behälter 1“ setzen und Quelle Prozesswert wählen.
- Über Symbol wählen das Solltemperatursignal Ihres Geräts auswählen. „Temperatur_Soll“ ist hier nur ein Beispielname, keine vorgegebene Adresse.
- Start und Ende sowie °C einstellen.
- Mit Übernehmen neben Neu den vorhandenen Eintrag aktualisieren.
Rechenbeispiel: Liegt der Wert beim Start bei 60 und am Ende bei 80, erscheint sinngemäß Start: 60 · Ende: 80 °C. Das Protokoll verändert den Sollwert dabei nicht.
Beispiel 2: Mittlere Isttemperatur
- Links Isttemperatur markieren.
- Als Quelle Prozesswert und das tatsächliche Isttemperatursignal auswählen, nicht nochmals das Sollwertsignal.
- Mittelwert und °C wählen und den Parameter übernehmen.
Bei genau drei erfassten Zahlen 58, 60 und 62 ergibt sich der Mittelwert 60. In der laufenden Aufzeichnung zählen alle erfassten numerischen Stichproben. Soll zusätzlich die höchste Temperatur dokumentiert werden, mit Neu einen weiteren Parameter für dasselbe Signal und die Erfassungsart Maximum anlegen.
Beispiel 3: Anlagenkennung als fester Text
- Neu anklicken und als Bezeichnung „Anlagenkennung“ eintragen.
- Quelle Fester Text wählen.
- In SPS-Adresse oder fester Text beispielsweise „Anlage 1“ eintragen. Dafür sind kein SPS-Gerät und kein Symbol erforderlich.
- Als Erfassungsart etwa Startwert wählen; die Einheit kann leer bleiben.
- Den Parameter mit Übernehmen in die Liste aufnehmen.
Neu, Übernehmen und Löschen richtig verwenden
Neu leert die Eingabefelder und hebt die bestehende Auswahl auf. Erst Übernehmen legt den neuen Listeneintrag an. Ist dagegen ein vorhandener Eintrag ausgewählt, aktualisiert Übernehmen diesen Eintrag. Zum zusätzlichen Anlegen also vorher Neu wählen.
Löschen entfernt den ausgewählten Parameter aus der Konfigurationsliste; bereits erzeugte PDF-Dateien werden dadurch nicht nachträglich geändert. Nach jeder Bearbeitung den Parameter übernehmen, bevor Sie einen anderen Eintrag auswählen oder die gesamte Konfiguration unten rechts übernehmen. Andernfalls sind die noch nicht übernommenen Feldänderungen nicht in der Parameterliste enthalten.
Abschlusskontrolle: Sind alle gewünschten Einträge links vorhanden? Stimmen Gerät und Signal? Sind Soll- und Istwert nicht verwechselt? Sind Einheiten und Erfassungsarten passend? Erst dann die Gesamtkonfiguration übernehmen und das Projekt speichern. Danach mit bekannten Werten ein Testprotokoll erstellen.
7. Wann soll der Wert erfasst werden?
- Start und Ende
- Dokumentiert beide Werte, etwa den Sollwert vor und nach dem Vorgang.
- Startwert
- Dokumentiert den Wert zum Beginn.
- Endwert
- Dokumentiert den Wert beim Abschluss.
- Minimum / Maximum
- Dokumentiert den kleinsten beziehungsweise größten numerischen Wert aus den erfassten Stichproben.
- Mittelwert
- Arithmetischer Mittelwert der erfassten numerischen Stichproben. Das ist keine zugesicherte zeitgewichtete oder lückenlose Messung.
Für festen Text sind Start-/Endwertarten sinnvoll; Minimum, Maximum und Mittelwert benötigen Zahlen. Ist beim Start noch kein Wert verfügbar, kann der erste später verfügbare gültige Wert als Startwert übernommen werden. Fehlende Werte können als – erscheinen.
Eine kurze Spitze zwischen zwei Erfassungen kann unbemerkt bleiben. Ein plausibler Mittelwert oder die Existenz eines PDFs beweist daher keine vollständige oder korrekte Prozessmessung.
8. Ein manuelles Protokoll erstellen
- Konfiguration übernehmen, Projekt speichern und Playmodus starten.
- Charge/Auftrag kontrollieren oder eintragen. Ein leeres Chargenfeld wird beim Start automatisch befüllt.
- Programm / Rezept eintragen. Ohne diesen Eintrag wird ein manueller Start abgewiesen. Der Text dokumentiert die Zuordnung; er startet kein Rezept.
- Start wählen. Der Status zeigt AUFZEICHNUNG LÄUFT; Charge und Programm sind währenddessen nicht editierbar.
- Nach dem Vorgang Beenden wählen und die Abschlussmeldung prüfen.
- Mit Letztes PDF das zuletzt zu diesem Objekt verfügbare PDF öffnen.
Beenden schließt die Aufzeichnung ab; es ist kein Maschinen-Stopp. Vor Abschluss gibt es noch kein neues fertiges PDF. Ein vorhandenes „Letztes PDF“ kann zu einem früheren Vorgang gehören.
9. Dateien und Abschluss kontrollieren
Normale Prozessprotokolle werden im Projekt unter Protokolle/Jahr/Monat, bezogen auf den Startzeitpunkt, gespeichert. Die Kennung beginnt mit PR- und einem Zeitstempel. Zum PDF gehört eine gleichnamige .json-Datendatei.
Beim manuellen Abschluss meldet PamaGlawe Status und PDF-Pfad. Scheitert das Speichern, die Fehlermeldung beachten; bei automatischem Abschluss wird ein Fehler auch im Logbuch festgehalten. Projektpfad, Schreibzugriff und freien Speicher prüfen. Ein fehlgeschlagener Abschluss darf nicht als fertig archivierter Vorgang behandelt werden.
Ältere PDFs können mit PDF öffnen ausgewählt werden. Bedienung, Druckrechte und Dateiauswahl im Viewer erklärt die PDF-Hilfe.
10. Rollenrechte und verantwortlicher Einsatz
Die Rechte Prozessprotokolle starten, Prozessprotokolle beenden, Prozessprotokolle als PDF öffnen und Prozessprotokoll-Vorlagen bearbeiten sind getrennt vergeben. Für die Projektierung sind zusätzlich Editorzugriff und zum Speichern die entsprechende Projektberechtigung nötig. Freie PDF-Dateiauswahl benötigt Lokale PDF-Dateien auswählen. Die Benutzer-Hilfe erklärt die Vergabe.
Auch ein Admin sollte Konfiguration und Trigger nicht mitten in einer benötigten Aufzeichnung ändern. Vor dem Wechsel zum Editor den vorgesehenen Abschluss durchführen und die gespeicherten Dateien kontrollieren. Der Editorwechsel beendet den Playmodus; er ist kein regulärer Protokollabschluss und keine sichere Maschinenabschaltung.
Vor produktiver Verwendung einen vollständigen Test durchführen: richtige Signalquellen, Triggerstart und -ende, bekannte Vergleichswerte, Parameterliste, PDF-Inhalt und Ablage prüfen. Simulationsdaten nicht als reale Anlagenmessung verwenden. Ein erfolgreich erzeugtes PDF allein bestätigt weder korrekte Quellen noch die fachliche Freigabe des Vorgangs.