Einführung
Willkommen bei Pamaglawe. Hier erfahren Sie, wie aus einzelnen Anzeigen und Bedienelementen ein übersichtliches Prozessbild entsteht — und wie Sie mit einem kleinen Übungsprojekt beginnen.
1. Was ist Pamaglawe?
Pamaglawe ist eine Software zum Erstellen und Bedienen von Prozessvisualisierungen. Sie gestalten Bildschirmseiten, auf denen beispielsweise Füllstände, Temperaturen, Maschinenzustände oder Störungen sichtbar werden. Mit geeigneten Bedienelementen können Sie auch Werte eingeben oder Bedienbefehle auslösen.
Ein einfaches Beispiel ist ein Behälter: Eine Füllstandsanzeige zeigt den Inhalt, ein Text benennt den Behälter und eine Meldeleuchte macht seinen Zustand erkennbar. Die Darstellung legen Sie im Editor fest. Die zugeordneten Prozesswerte bestimmen später, was angezeigt wird.
2. Die Oberfläche im Überblick
Das Beispiel zeigt eine Teigaufbereitung mit fünf Vorratsbehältern im Entwurfsmodus. Für den Einstieg müssen Sie diese Anlage nicht nachbauen: Entscheidend ist zunächst, wo Sie die Werkzeuge finden und auf welcher Fläche Sie Ihr Prozessbild gestalten.
- Oben: Werkzeugleiste
- Hier finden Sie die Projektbefehle, etwa Neues Projekt, Öffnen und Speichern. Daneben liegen Einstellungen, SPS-Tabelle, Tools, Bibliotheken, Logbuch und Hilfe. Rechts sehen Sie die Schalter für Taskbar, Raster und Fang sowie den Play-Button mit F5.
- Links oben: Objektpalette
- Die Bausteine sind nach Aufgaben gruppiert, zum Beispiel Grundobjekte, Bedienen, Anzeigen und Struktur. Unter Anzeigen finden Sie auch die Meldeleuchte aus unserer ersten Übung.
- Links unten: Seitenliste
- Hier wählen Sie die Seite aus, die Sie bearbeiten möchten. Im Bild ist Teigaufbereitung markiert. Die Liste zeigt außerdem weitere Seiten und als solche gekennzeichnete Detailfenster. Direkt darüber befinden sich das Plus und die Seiteneinstellungen.
- In der Mitte: Zeichenfläche
- Auf dieser Fläche setzen Sie das Prozessbild aus Objekten zusammen. Im Beispiel sehen Sie Behälter, Leitungen, Anzeigen und Beschriftungen. Das eingeblendete Raster hilft bei der Anordnung; mit den Scrollleisten erreichen Sie die außerhalb des Ausschnitts liegenden Bereiche.
- Ganz unten: Statusleiste
- Die untere Zeile nennt das aktuelle Projekt, die ausgewählte Seite, die Objektanzahl sowie Raster- und Fangweite. So erkennen Sie im Beispiel: geöffnet ist Test_SYM_MB, bearbeitet wird Teigaufbereitung.
3. Die Grundbegriffe
- Projekt
- Der gemeinsame Rahmen für Ihre Visualisierung. Dazu gehören unter anderem Seiten, Objekte und Kommunikationseinstellungen. Die Projektdatei trägt die Endung
.jvz. - Seite
- Eine Zeichenfläche innerhalb des Projekts, zum Beispiel eine Anlagenübersicht oder ein einzelner Maschinenbereich. Ein Projekt kann mehrere Seiten enthalten.
- Objekt
- Ein Baustein auf einer Seite: etwa eine Beschriftung, ein Bild, eine Anzeige oder ein Schalter. Seine Eigenschaften bestimmen Position, Größe und Verhalten.
- Prozessvariable und Symbol
- Eine Prozessvariable liefert einen Wert, etwa einen Füllstand. Ein Symbol gibt diesem Wert einen verständlichen Namen, zum Beispiel
Tank_Fuellstand. Die Kommunikationstabelle ordnet dem Symbol Gerät, Adresse und Datentyp zu. - Kommunikationstreiber
- Der Verbindungsweg zur Datenquelle, beispielsweise Modbus TCP, Siemens S7 oder OPC UA. Für das reine Gestalten eines Prozessbildes ist keine Anlagenverbindung nötig.
4. Entwerfen und testen
Im Entwurfsmodus gestalten Sie das Projekt
Sie platzieren und verschieben Objekte, bearbeiten ihre Eigenschaften und ordnen Prozessvariablen zu. Ein Doppelklick auf ein Objekt öffnet dessen Eigenschaften. Mit Strg+S speichern Sie Ihre Änderungen.
Im Playmodus bedienen Sie die Visualisierung
Mit F5 wechseln Sie zwischen Entwurfs- und Testmodus. Der Testmodus wird in dieser Hilfe auch Playmodus genannt. Hier prüfen Sie die Darstellung und das Bedienverhalten Ihres Projekts.
5. Ihr erstes kleines Projekt
Voraussetzung ist ein bereits gestarteter Pamaglawe PageEditor. Für diese Übung benötigen Sie keine SPS und keinen Testserver. Ziel ist zunächst eine gespeicherte Seite mit einem selbst gestalteten Objekt.
- Übungsprojekt anlegen. Speichern Sie gegebenenfalls Ihre bisherige Arbeit. Wählen Sie Neues Projekt oder drücken Sie Strg+N. Geben Sie einen noch nicht verwendeten Namen ein, zum Beispiel
Meine_erste_Visualisierung. Pamaglawe legt die Projektstruktur und die Projektdatei an. - Klein beginnen. Nutzen Sie zunächst eine der angelegten Seiten. Fügen Sie unter Objekte → Anzeigen eine Meldeleuchte ein. So können Sie die Übung anschließend mit dem bereits bebilderten Objektartikel fortsetzen.
- Eigenschaften kennenlernen. Öffnen Sie das Objekt mit einem Doppelklick. Vergeben Sie einen verständlichen Namen und passen Sie Position und Größe an. Eine Prozessvariable müssen Sie für diesen ersten Gestaltungsschritt noch nicht zuordnen.
- Die lokale Vorschau ausprobieren. Öffnen Sie Meldeleuchte einstellen. Mit dem dortigen BYTE-Vorschauwert können Sie die Darstellung direkt im Dialog prüfen:
0bedeutet alle Etagen aus,15alle Etagen dauerhaft an. Diese Vorschau ersetzt noch keine Prozesswertzuordnung. - Speichern und ansehen. Übernehmen Sie Ihre Einstellungen und speichern Sie mit Strg+S. Prüfen Sie vor dem Wechsel mit F5, dass keine externe Kommunikation aktiviert ist. Ohne Prozesswertzuordnung erwarten Sie noch keine wechselnden Anlagenzustände. Mit F5 kehren Sie zum Entwurf zurück.
Bewahren Sie bei einer Projektsicherung auch zugehörige Bilder und andere Projektdateien auf. Eine separate Kopie des gesamten Projektordners ist besonders vor größeren Änderungen sinnvoll.
6. Vom Bild zum Prozesswert
Eine Anzeige weiß nicht von allein, welchen Anlagenwert sie darstellen soll. Dafür verbinden Sie das Objekt mit einem passenden Symbol aus der Kommunikationstabelle. Dort müssen Datenquelle, Adresse und Datentyp zusammenpassen.
Bei der Meldeleuchte bestimmt beispielsweise ein gemeinsamer BYTE-Wert, welche Etagen leuchten oder blinken. Die genaue Zuordnung und Bitbelegung finden Sie im Meldeleuchten-Artikel; die Prozessvariable wird im Abschnitt Allgemeine Eigenschaften erklärt.
Gehen Sie bei späteren Kommunikationstests schrittweise vor: zuerst einen bekannten Wert lesen, dessen Anzeige vergleichen und erst danach einen ausdrücklich vorgesehenen Testwert schreiben. Eine funktionierende lokale Vorschau ist noch kein Nachweis für eine funktionierende SPS-Verbindung.
7. So geht es weiter
Das Kapitel Projekt anlegen und speichern zeigt den gesamten Projektstart mit vier Originalbildern — vom Namensdialog bis zur leeren Hauptseite.
Vertiefen Sie als Nächstes die Meldeleuchte mit sechs Originalbildern. Dort werden die Dialoge, Einstellungen und häufigen Fragen im Detail erklärt.
Über Alle Themenbereiche gelangen Sie zurück zur Übersicht. Weitere Kapitel entstehen schrittweise; noch nicht verfügbare Themen sind als „In Vorbereitung“ gekennzeichnet.